Bangkok, Pattaya, Mukdahan

Thailand: UN-Mitgliedsstaat 28/193

Nach der Landung in Bangkok blieb ich zunächst auf dem Flughafen. Es gab Probleme mit der Kreditkarte, ich kam nicht an mein Geld kam. Nach sehr vielen E-Mails und einem Telefonat nach Deutschland (für schlappe 2,99€/min) ging es endlich per Skytrain – wie der Name schon sagt, ist es eine Bahn die in 4 verschiedenen Linien, über Bangkok fährt – für umgerechnet 75 Cent nach Asoke. An einer der größten Straßen Bangkoks, der Sumkhumvit Road, lag mein Hotel. Eben diese Straße streckt sich über 400 Kilometer bis nach Kambodscha und wurde ursprünglich als Route für Busse angelegt. Zurück zum Hotel. Großes Zimmer, zentrale Lage, Metro Anbindung – top! Nach einem kurzen Einkauf ging es dann nach einer 36 stündigen Anreise erstmal ins Bett.

An den darauffolgenden Tagen wurden allerhand Sehenswürdigkeiten besichtigt, sowie reichlich Streetfood konsumiert. Die Sehenswürdigkeiten jetzt einzeln zu beschreiben macht keinen Sinn, da man diese einfach live erleben muss. Am Ende des Blogs gibt es ein paar Bilder die jedoch einen kleinen Eindruck verschaffen können. Ein Highlight bleibt auf jeden Fall ein Mann am „Großen Palast“ der mir sagte, was ich noch alles sehen müsse. Er winkte mir ein Tuk Tuk heran und verhandelte für mich einen Preis der sonst nur von Thais gezahlt wird. Wie er mir noch erklärte steht er seit über 10 Jahren jeden Tag dort. Wenn ihr also mal in Bangkok Urlaub macht, wisst ihr wo ihr euch melden müsst… Ich hatte nun jedenfalls knappe 6 Std. lang meinen persönlichen Chauffeur und bezahlte am Ende 80 (!) Baht (ca. 2,-€). Hätte ich den Preis selbst verhandelt wären wohl mindestens 600 Baht, ca. 15,-€, fällig gewesen. Generell gilt für Bangkok. Wenn man Tuk Tuk fahren will, sollte man nicht mehr als 100 Baht für kürzere Strecken, sprich 2-6 Kilometer, bezahlen. Man muss beim Verhandeln auch eine gewisse Dreistigkeit an den Tag legen, dann bekommt man den Preis auch ordentlich gedrückt. Sollte der Fahrer stur bleiben, einfach 100 Meter weiter zum nächsten gehen. Tuk Tuk’s gibt es in Bangkok an jeder Ecke. Wer das nicht möchte kann für 3-30 Baht, 7-75 Cent, mit der Fähre fahren oder für maximal 10 Baht, 25 Cent, mit einer der vielen Buslinien beliebig lange in ein Richtung fahren. Problem hierbei, die Bushaltestellen sind nicht immer da wo sie Googlemaps anzeigt. Hat man eine Haltestelle gefunden halten auch nicht alle Linien dort, die auf den Schildern ausgewiesen sind. Am besten immer den Busfahrer fragen, ob er in Richtung des gewünschten Ziels fährt. Die sagen einem dann auch, wann man aussteigen muss. Wenn man erstmal fragt, sind die meisten Thais sehr sehr hilfsbereit! Wichtig ist außerdem das man wirklich immer sein Wechselgeld zählt, auch im Supermarkt. In mehr als 50% aller Fälle bekam ich zu wenig Wechselgeld.

Dann wäre da noch der Verkehr an sich. Dieses Video sagt mehr als 1000 Worte: [zum Video]. Und das ist eigentlich noch harmlos. Ich habe mir an meinem letzten Tag in Bangkok am morgen einen Roller gemietet und bin für 2 Stunden mitten in der City zur Rushhour gefahren. Auch wenn ich noch nie einen Fallschirmsprung gemacht habe, aber ich denke das der Adrenalinkick doch auf einem gleichen Level ist. Unbeschreibliches Gefühl!

Nach einigen Tagen Bangkok ging es dann mit dem Bus ca. 2 Stunden in den Süden nach Pattaya. Bevor ich dazu komme wie absolut scheiße diese Stadt ist, muss ich einmal schildern, wie dreist man versucht die Touristen mit völlig überteuerten Tickets abzuzocken.

Erster Stop: Touristen Information
Man erklärt mir, dass das günstigste Ticket 2000 Baht, also 50,-€ kosten soll. Ich hab nur gelacht und bin wieder gegangen. Selbst die letzte Null sollte hier erkennen, das 2 Stunden Busfahrt und 50 € nicht so wirklich im Verhältnis stehen.

Zweiter Stop: Einer der vielen Ticket-Verkaufsstellen am Straßenrand
Hier will man mir ein Busticket für 300 Baht verkaufen. Schon mal 1700 Baht weniger als im Reisebüro. Ein Anfang, aber ich hab mir gedacht, da geht noch mehr!

Dritter Stop: Busbahnhof
Am Schalter für die Busse nach Pattaya möchte man 114 Baht von mir haben. Ein Preis, der mich zufrieden stellt. Der Form halber beschließe ich jedoch auch noch die vierte und letzte Möglichkeit auszuloten.

Vierter Stop: Hauptbahnhof Bangkok – Hua Lam Pong
Hier kostet das Ticket schlappe 31 Baht, also nicht mal 1,- Euro! Für 4 Stunden Zugfahrt! Okay, es ist die 3. Klasse. Es gibt weder Fenster noch Türen die den Waggon verschließen und die Bänke sind aus Holz, aber hallo!? Nicht mal 1,- Euro! Mein Schnäppchenherz schlägt schneller und ich will zuschlagen. Leider ist es Samstag und die Züge fahren nur von montags bis freitags nach Pattaya.

Die logische Konsequent daraus war es den Bus für 114 Baht zu nehmen. Ruhige und schnelle Fahrt. Mit der inneren Ruhe war es allerdings sehr schnell vorbei, als ich meine ersten Stunden in Pattaya verbrachte. Hässlich und wo man hinsieht nur fette Deutsche und oft genauso fette Russen! Mein Beileid an alle Thais die die Peinlichkeiten der Deutschen dort Tag für Tag erleben müssen. Ich habe mich mehr als einmal in Grund und Boden geschämt und habe versucht möglichst nicht als Deutscher aufzufallen. Gegen die Leute hier, benehmen sich die Urlauber am Ballermann vorbildlich… noch Fragen? Wieso ich hier solange gebucht habe, bleibt mir schleierhaft. Ja, der Strand ist ganz nett, aber im Vergleich zu den anderen Stränden Thailands einfach nicht schön. Dafür muss ich auch nicht an anderen Stränden gewesen sein, da reichen ein paar Bilder auf Google und Erzählungen von anderen Backpackern um das zu wissen. Die wenigen Sehenswürdigkeiten liegen auch noch am Stadtrand oder mindestens 25 Kilometer außerhalb, was die Touristen Information gleich zum Anlass nimmt, völlig überteuerte Touren anzubieten. Diese „Angebote“ habe ich natürlich nicht wahrgenommen. Von den 5 Sehenswürdigkeiten die mich für mich relevant waren, waren zu allem Überfluss 3 geschlossen – aus verschiedenen Gründen – und bei einer, dem „Floating Market“ gab meine Kamera vorübergehend den Geist auf. Lediglich der Tempel „The Sanctuary of Truth“, welcher komplett aus Holz erbaut wurde und im Norden Pattaya’s direkt an der Küste liegt, war auf jeden Fall den Besuch wert.

Um die Zeit nicht sinnlos in Pattaya zu verschwenden, ging es dann mit dem Bus nach Mukdahan. Die kleine Provinzstadt liegt im Nordosten direkt an der Grenze zu Los. Markiert wird die Grenze durch den Mekong. 11,5 Stunden sollte die Fahrt dauern, am Ende waren es jedoch 16. Grund für die Verspätung war eine Drogenkontrolle bei allen Reisenden, ein geplatzter Reifen, sowie ein Motorschaden. Da alle Reisenden aber völlig entspannt waren und so taten als sei das die Regel bei einer solchen Fahrt, konnte ich darüber nur lachen. (Aktuell komme ich bei 4 Busfahrten auf 3 Pannen mit dem Motor, scheint also wirklich die Regel zu sein) In Mukdahan am nächsten Morgen angekommen war ich zunächst vom Regen überrascht. Ich hatte für die paar Tage nur Flips Flops eingepackt. Nach kurzer Suche fand ich ein Supermarkt, der auch Unmengen von Schuhen im Angebot hatte. Für 5€ gab es ein paar schicke Treter, die sogar noch heute (04.11.2015) in Gebrauch sind. Beim Kauf hatte ich eher den Eindruck, das diese nach einer Woche komplett auseinander fallen würden. Kurz nach dem Kauf musste ich voller entsetzen feststellen, das der Akku für meine Kamera leider nicht da war wo er hingehörte, sondern in Pattaya immer noch im Hotel in der Aufladestation lag. Nach 1 Stunde suchen, fand ich dann eine riesige Einkaufspassage. Dort gab es genau ein Geschäft welches elektronische Geräte führte und exakt einen Akku für Modelle von Canon im Sortiment hatte. Kann man eigentlich noch mehr Glück haben? Beim betreten des Ladens hatte ich schon die Einwegkameras gesehen und gedanklich durchgerechnet, wie viele ich wohl brauchen würde. Danke an dieser Stelle auch nochmal an einen Sicherheitsmann vom Kaufhaus der den Dolmetscher im Laden für mich spielte!

Nach dem Schock musste ich mich erst einmal stärken und konnte in einer Nebenstraße, 5 Gänge für umgerechnet 2,50€ zu mir nehmen. Einfach der Wahnsinn wie billig das Essen in Thailand ist. Nach der Stärkung ging es noch ans Wasser wo sich ein sehr netter Markt entlang des Mekongs erstreckt. Das ich danach spontan in Laos gelandet bin, habe ich ja bereits hier ausführlich beschrieben.

Bangkok

Pattaya – Sanctuary of Truth

Mukdahan


 

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