On Air

In genau diesem Moment, wo ich diesen Blogtext schreibe, befinde ich mich in einer Höhe ca. 12.000 m und bewege mich mit einer Geschwindigkeit von ca. 965 km/h Bangkok entgegen. Die Uhr auf dem Chromebook zeigt aktuell 5:44 an und ich habe eben festgestellt das Emirates freies WLAN anbietet. Da nutze ich doch meine Chance und schreibe schnell den nächsten Blogtext. Wer weiß, wann sich mal wieder die Gelegenheit dafür bietet das im Flugzeug zu tun…

Doch bevor wir einen Blick auf mein mich zukommendes Ziel werfen, ein kurzer Blick zurück nach Athen. Eine Stadt die durchaus du beeindrucken weiß und einiges zu bieten hat. Nach einer ereignislosen Zugfahrt von Thessaloniki in die bereits genannte Stadt durfte ich feststellen, dass Airbnb einen Fehler im Buchungssystem hatte und nur das Geld abgebucht, aber nicht das Zimmer für mich geblockt hat.

Airbnb ist ein 2008 im kalifornischen Silicon Valley gegründeter Community-Marktplatz für Buchung und Vermietung von Unterkünften, ähnlich einem Computerreservierungssystem. Private Vermieter vermieten ihr Zuhause oder einen Teil davon unter Vermittlung des Unternehmens, jedoch ohne dass Airbnb rechtliche Verpflichtungen übernimmt.
-Wikipedia-

Da ich in Thessaloniki bereits um 7:00 Uhr den Zug genommen hatte, war ich entsprechend genervt da bei meiner Suche nach einer passenden und ebenso günstig Alternative feststellen musste das praktisch ganz Athen am 1. Oktober ausgebucht war. Letzten Endes hab ich dann doch noch ein halbwegs günstiges Hotelzimmer gefunden und konnte vom 2.-5. Oktober ein halbwegs günstiges Zimmer beziehen, welches immerhin sehr zentral gelegen war. Am Freitag (2.10.) hab ich das gemacht, was ich immer mache, wenn ich denn ersten Tag in einer für mich noch unbekannten Großstadt unterwegs bin. Einfach loslaufen und gucken wo man landet. Ich hab mit dieser Methode unter anderem in Paris ein traumhaft schönes Viertel, abseits vom üblichen Tourismustrubel entdeckt, welches ich wohl sonst nie entdeckt hätte. Mein Weg in Athen führte mich eher in das genaue Gegenteil, von dem was ich Paris zusehen bekommen hab – mitten ins Ghetto. Ich hatte ja in meinem ersten Blogtext davon gesprochen, wie runtergekommen Thessaloniki ist. Athen kann mit diesem Viertel (bedauerlicherweise) auf jeden Fall mehr als mithalten. Ich habe auf Fotos dieses Mal verzichtet, aus Respekt vor den Leuten die dort auf der Straße leben, den Müll nach brauchbaren Gegenständen zum Verkaufen durchwühlen. Das muss nicht noch extra von Touristen fotografiert werden. Klar kann man anführen, dass dies zur Aufklärung dient, aber trotzdem fand ich es in der Situation nicht passend. Erschreckend auch, wie viele Kinder dabei sind. Das Viertel hat mir noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, wo die Finanzkrise am meisten eingeschlagen hat. Beim einfachen Volk. Ich habe mich mit einer Frau – die ganz gut englisch konnte – ein wenig unterhalten, weil sie mich ansprach und fragte ob ich mich verlaufen hab. Sie erzählte mir, das sie vor 2 Jahren in dieser Straße noch eine Wohnung hatten, ihr Mann dann gestorben ist und sie kurz darauf ihren Job verlor. Letzteres führte dann dazu das kein Geld mehr für die Miete da war. Sie lebt jetzt seit 2 Jahren in dieser Straße, weil ihre Kinder dort Freunde haben und sie eh nicht wüsste wohin sie soll. Sie schlafen in den Wohnungseingängen und manchmal, wenn man sie rein lässt im Treppenhaus. Ich habe noch nie zuvor so viel Verzweiflung in einem Gesicht gesehen. Nach unser Unterhaltung hab ich ihr 20€ in die Hand gedrückt und meinte sie soll sich und den Kindern was richtiges zu Essen kaufen. Daraufhin hat sie mich angeguckt, als ob Weihnachten, ihr Geburtstag und alle anderen Feste auf einen Tag fallen. Ich kann nicht sagen, ob sie alles erfunden hat damit ich ihr Geld gebe und selbst wenn gibt es genau diesen und hunderte ähnliche Geschichten von Menschen in Athen und ganz Griechenland. Es zeigt nur eins: Das Geld kommt nicht da an, wo es gebraucht wird, sondern wird denen in den Arsch geschoben, die für den ganzen Mist verantwortlich sind!

So, es ist zwar ein harter Schnitt aber weiter mit dem Rückblick auf Athen.

Die restlichen Tage ging es noch auf die Akropolis, nach Piraeus und von der Metrostation Thissio quer durch den sehr belebten und verwinkelten Stadtteil Monastiraki. Dieser ist voller Kneipen, Garküchen und vor allem voll mit Läden für Touristen denen man gerne den letzten Müll andrehen möchte. Ein Händler war zum Beispiel ganz davon besessen seinen speziellen Sparschäler für Weißkohl an den Mann zu bringen. Eine Gruppe mit Augen die etwas breiter als bei europäischen Bevölkerung sind, war hellauf begeistert und hat ihm seinen Stand leer gekauft. Schade das ich das nicht gefilmt hab, auf jeden Fall ein Highlight meiner Tour durch Griechenland. Sollte der Sparschäler eher nicht das sein, was einen interessiert so kann man wirklich alles andere erwerben. Vom Laden der alle Arten von Haaren verkauft, über eine Bude die nur echte Stücke der Akropolis verkauft (die sind bestimt so echt, wie die Stücke der Berliner Mauer, die es in der Hauptstadt an jeder Ecke zu kaufen gibt), bishin zum Geschäft das sich auf den Verkauf von Handyhüllen spezialisiert hat. Dort gibt es wirklich alle erdenklichen Arten von Hüllen die man sich nur vorstellen kann – auf einer Fläche von ca. 65 Quadratmetern wohbemerkt!

Zur Akropolis kann man nicht viel sagen, da man es einfach gesehen haben muss, außer das sich der Aufstieg lohnt da man mit einem gigantischen Ausblick über ganz Athen belohnt wird. Die 12€ gehen dafür voll in Ordnung. In Piraeus habe ich mich nur am direkt aufgehalten, der mit Abstand unruhigste Stadtteil meiner Meinung nach. Trotzdem ist er durchaus sehenswert und wird sicherlich die eine oder andere Ecke abseits der Anleger für die Kreuzfahrtschiffe zu bieten haben.

Länderpunkt 14, wurde am Sonntag (4.10.) eingetütet. AEK Athen gegen Atromitos Athen. Endstand 1:0. Ein ausführlicher Bericht hierzu folgt in einem gesonderten Blogtext.

Achja, ein paar Worte noch zum Verkehr in der griechischen Hauptstadt bzw. im ganzen Land. Die Zebrastreifen wurden anscheinend nur auf die Straße gemalt, weil man irgendwo noch weiße Farbe gefunden hat. Außerdem bin ich mittlerweile der festen Überzeugung das die Ampeln nur zur Deko aufgestellt wurden. Denn wirklich zu interessieren scheint sich keiner dafür. Da wird die Taxifahrt zum Erlebnis. Das Auto sieht aus, als ob es bald komplett auseinander fällt und noch nie eine TÜV-Kontrolle durchmachen musste. Die Fahrer (zumindest die die ich hatte) waren aber alle sehr nett. Während der Fahrt werden Ampeln auch (fast) immer strikt ignoriert, es wird gepöbelt was das Zeug hält und vor allem äußerst lautstark telefoniert. Das Radio läuft natürlich auch. Es wird einem also einiges geboten. Positiv ist außerdem noch, dass die Fahrten unglaublich günstig sind.

Mittlerweile bin ich Bangkok ein ganzes Stück näher zu kommen. 23,5h Anreise sind fast geschafft! Ich melde mich dann wieder mit einem Bericht aus Bangkok und dem Spielbericht zum Länderpunkt 14, sowie mit Bildern aus Athen.

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