Koh Rong Samloem

Ein kurzer Ausflug ins Paradies. So lässt sich kurze Tour in den tiefen Süden Kambodschas am besten beschreiben. Mit dem Bus ging es 4 Stunden von Phnom Penh nach Sihanoukville. Dort hatte ich am Strand ein paar Stunden Aufenthalt, bevor es mit einem 18$ Return-Ticket auf die nahezu unbewohnte Insel Koh Rong Samloem ging. Es tummeln sich dort auf 25 Quadratkilometern gerade mal ca. 300 Einwohner, jedoch mit stark steigender Tendenz mit Blick auf die kommenden 5 Jahre. Die Insel hat ein unglaubliches Potenzial und ich kann jedem nur empfehlen, dort eine Reise hinzumachen, bevor sie von Touristen überlaufen ist. Bisher verirren sich dort nur sehr selten ganze Touristengruppen hin. Hauptsächlich wird die Insel von Backpackern bereist und vor ca. 3 Jahren auch von selbigen als Geheimtipp ausgemacht.

Die knapp 45-minütige Fahrt mit der Speedfähre war so schnell vorbei, wie sie begonnen hatte und bei schlappen 41 Grad ging ich dem weißen Sandstrand auf dem Fähranleger entgegen. Welch traumhafter Anblick! Wie abgeschlagen ich von der Außenwelt nun war, sagte mir mein Handy: kein Netz. Das hat mich (überraschenderweise) in dem Moment nicht sonderlich gestört und um es gleich vorwegzusagen, es gibt auf der Insel auch nirgends Netz und auch kein Wifi! Man verfügt lediglich in jeder Unterkunft über ein Satellitentelefon. Des Weiteren gibt es kein warmes Wasser und auch das Kalte ist nicht immer verfügbar. Die Locals wissen sich jedoch in jeder Situation zu helfen und reagieren auf solche Probleme. Sehr sympathisch! In Deutschland würde man wohl größtenteils doof gucken und meckern, anstatt sich auf so was in Zukunft einzustellen.

Zurück zu meiner Ankunft: Nachdem ich mich kurz orientiert hatte, beschloss ich die andere Seite der Insel aufzusuchen, in der Hoffnung dort eine günstige Unterkunft zu finden. Hauptgrund hierfür war jedoch, dass es dort die Sonnenuntergänge zu sehen gibt. Auf einer einsamen Insel sollte man sich ein solches Ereignis ja nicht entgehen lassen. Zum sogenannten Lazy Beach ging es 25 min durch den Dschungel, der immerhin eine Art Trampelpfad vorweisen konnte. Auf der anderen Seite gab es dann auch Unterkünfte, jedoch sind dort die teuersten auf der ganzen Insel. Des Weiteren bekam ich die Hiobsbotschaft, dass man keine Kreditkarten auf der Insel nutzen kann. Für 2,5 Tage hatte ich also nur 85 US-Dollar. Kreativität war gefragt. Den Strand und den Sonnenuntergang schaute ich mir noch an, dann ging es bei einsetzender Dunkelheit zurück durch den Dschungel. Auf der anderen Seite kam ich, immer noch ohne Unterkunft, an und ging erst einmal an eine Bar am Strand. Dort kam ich schnell mit einem Paar aus England und einer Kanadierin ins Gespräch. Die 3 teilten sich ein Zimmer, in dem noch ein Bett frei war. Ich schob also 10$ über den Tresen und hatte damit meine Unterkunft für die erste Nacht gesichert. Nachdem ich wir noch zusammen was gegessen hatten, ging es ins Wasser (nachts hat das schon was!) und anschließend ins Bett. Das Moskitonetz zeigte leider überhaupt keine Wirkung und so waren am nächsten Morgen meine Beine, besonders die Füße und die Knöchel, komplett zerstochen. Überschlagen ca. 40-50 Stiche pro Bein, Fotos erspare ich euch…

Die Kanadierin brach nach dem gemeinsamen Frühstück nach Busan (Südkorea) auf. Ich wollte direkt zum anderen Strand, dem Sunsetbeach. Es gibt übrigens noch 3 weitere Strände, diese sind jedoch noch nicht zugänglich gewesen. Das Paar aus England wollte den Tag bis zum Nachmittag noch am Strand verbringen und so trennten sich unsere Wege erst einmal. Nachdem ich nach einer Stunde suchen endlich den Weg zum Sunsetbeach gefunden hatte, ging es fast 2 Stunden durch den Dschungel. Die Bezeichnung „Weg“ trifft hier aber nicht wirklich zu. Es lässt sich schwer in Worte fassen, wie ich es geschafft habe auf der anderen Seite anzukommen, aber ich habe es geschafft. Ich will lieber nicht wissen, wie es Leute mit ihrem vollem Gepäck auf die andere Seite schaffen. Ich hatte zum Glück nur einen extra gepackten kleinen Rucksack dabei. Der Rest war in Phnom Penh geblieben. Voller Vorfreude, dass ich den Weg noch mal vor mir haben würde, schaute ich mich am Sunsetbeach um und kam mit einer Holländerin ins Gespräch, die dort als Volunteer arbeitet. Sie erklärte mir, dass es zwei Bungalow-Gruppen gibt, die jeweils 21$ pro Nacht kosten. Ich entschied mich für „Robinson Bungalows„. Definitiv keine schlechte Wahl! Ich konnte den letzten Bungalow abstauben und 2 wunderbare Tage dort genießen.

Wenn man jetzt denkt, dass dort bestimmt nur Locals sind, falsch gedacht! Die kleine Anlage ist ziemlich international. Von einem jungen Schweizer, der dort vor einem Jahr hängen geblieben ist und die Anlage dem Vorbesitzer abkaufte, wird sie geleitet. Unterstützung bekommt er von einer Amerikanerin und einem Brasilianer. Beide arbeiten dort als Volunteer für 3 Monate. Außerdem arbeiten dort 7 Locals, die beim Ausbau helfen und grandioses Essen zubereiten. Einfach unfassbar lecker, was dort auf den Teller gezaubert wurde! Alleine dafür lohnt es sich noch mal dort hinzureisen.

Die Zeit dort habe ich vor allem in der Hängematte mit Blick auf das Meer verbracht, einfach nur traumhaft! Außerdem konnte ein wenig geschnorchelt werden.

Alles Weitere sagen die Bilder…

Sihanoukville

Koh Rong Samloem

 

Schreibe einen Kommentar