Jakarta, Yogyakarta, Ende, Bali

Jakarta
Der erste Halt in Indonesien war die Hauptstadt Jakarta. Was viele nicht wissen, sie ist die zweitgrößte Metropole der Welt und zählt 31,3 Mio. Einwohner. Nur Tokio ist mit 37,7 Mio. noch größer. Die größten europäischen Metropolen sind Moskau (16,5 Mio.) gefolgt von Paris (10,9 Mio.) und London (10,4 Mio). Mit der Ankunft am Flughafen merkt man sofort, dass diese Stadt etwas anderes an sich hat. Der, nach dem ersten indonesischen Präsidenten benannte, Soekarno-Hatta International Airport (CGK) ist eines der großen Drehkreuze in Asien und dementsprechend mit Menschen überfüllt. Vom Flughafen in die Stadt ging es mit dem Localbus, der gut – wie so oft – am hintersten Winkel des Flughafens versteckt war. Die Taxifahrer wurden zuvor mit einem falschen Lächeln und „no thanks!“ abgewimmelt. Für 35.000 Rupiah (ca. 2,50€) ging es irgendwo ins Zentrum. Da in Jakarta nahezu 24 Stunden Rushhour herrscht, dauerte die Fahrt stolze 3 Stunden. Für ca. 20 Kilometer…

Nachdem der Bus in grober Nähe meines Hostels war, gab ich dem Fahrer ein Zeichen, dass ich aussteige wollte. Den verbleibenden Kilometer ging es zu Fuß zur Unterkunft, die gut versteckt in einem Viertel von Locals lag. Es war auch kein richtiges Hostel, viel mehr vermietete eine Familie Zimmer in ihrem Haus. Sollte mir recht sein, es ergaben sich in den Tagen meines Aufenthalts sehr interessante Gespräche. Der Vater sprach fast fließend Englisch und hatte einige gute Tipps parat. Dazu später mehr. Zuvor muss ich noch einen Punkt ansprechen, der mich während meines gesamten Jakarta Aufenthalts so gut wie nie zum Schlaf kommen ließ. Eine Moschee, mit äußerst leistungsfähigen Lautsprechern befand sich keine 100 Meter entfernt. Und ja, manch einer mag es schon ahnen, es wurde – auch nachts – zum Gebet gerufen. Aber nicht nur das, das Gebet wurde auch in voller Lautstärke über die Lautsprecher in das ganze Viertel getragen. Ohropacks halfen leider nicht. Und wenn mich hier jetzt jemand mit „anderes Land, andere Sitten. Das musst Du respektieren!“, vollsülzt; das ist mir klar! Leute die mich kennen, wissen das ich sehr tolerant bin, aber wenn man von 3.00-3.30 Uhr nachts sich etwas anhören muss, was irgendwas zwischen Schreien und Gesang ist, ist meine Grenze erreicht. Tagsüber kann das so oft getan werden, wie man will und auch bis Mitternacht, aber von 0-6 Uhr sollte zumindest Funkstille herrschen.

Vom Schlafmangel mal abgesehen, war mein Aufenthalt in Jakarta ein guter Start in die knapp 5-wöchige Indonesienreise. Die Stadt schläft nie, immer ist irgendwo was los. Vor allem auf den Straßen. Einfach irre, wenn um 3 Uhr nachts, auch unter der Woche, Stau mitten in der City ist. Im Vergleich zu Bangkok, wo der Verkehr auf den Straßen ja auch gewisse Extreme erreicht, war das hier noch einmal eine andere Hausnummer.

Normalerweise folgt an dieser Stelle nun immer ein mehr oder wenigerer ausführlicher Exkurs in die Geschichte der Stadt. Doch Jakartas Geschichte ist derart lang und voller Ereignisse, dass es zum einen den Rahmen sprengen und zum anderen auf sehr viele Details eingegangen werden müsste, da die Zusammenhänge nur im Kontext zu verstehen sind. Für alle, die jedoch mehr über Jakartas Vergangenheit erfahren möchten, empfehle den Wikipedia-Artikel zur Stadt und Geschichte Indonesiens. Beide geben einen sehr guten Überblick und bieten massig weiterführende Links.

Back to topic:
Kulturell hat Jakarta im Vergleich zu anderen Städten und Orten nicht viel im Angebot. Es ist mehr das Gesamtpaket. Das Wahrzeichen Jakartas, ein Monument im Zentrum der Stadt, hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Es ist bei Locals und Touristen trotzdem ein beliebtes Ziel. Um einmal nach oben zu gelangen, muss man einen gefühlten halben Tag in der Schlange verbringen. Das war es mir dann nicht wert. Die Museen, die ich besucht habe, waren hingegen sehenswert. Schön gestaltet und gepflegt. Viel mehr ist dazu nicht sagen, denn man muss es selbst gesehen haben. Ich bin auch kein Fan davon Fotos im Museum zu machen. Man beschäftigt sich meist nicht richtig mit den Austellungsstücken und fotografiert alles nur stur ab und es kommt fast nie auf Fotos so beeindruckend rüber, wie es vielleicht live vor Ort war.

Mit 5 Tagen war mein Aufenthalt deutlich zu lang angesetzt. Da kam der Vater und Chef des Hostels ins Spiel. Ich fragte ihn, ob er einen guten Tipp für einen 1-2 Tagestrip hätte. Er erzählte mir, nördlich von Jakarta würden die Seribu (auch als Thousand Islands bekannt) liegen und das ich dort günstig mit der lokalen Fähre hinkommen könnte. Es gebe unter anderem die Möglichkeit von dort weiter auf eine unbewohnte Insel zu fahren und dort zu übernachten.  Die Inselgruppe umfasst 130 Inseln, von denen ein Großteil unbewohnt ist. Meine Neugier war natürlich sofort geweckt und ich machte mich am nächsten Morgen sehr früh auf dem Weg zum kleineren der beiden Häfen. Dieser liegt mitten im Slum Muara Angke und trägt auch selbigen Namen. Er wird vor allem von Fischern genutzt. So werden dort natürlich auch Fische gehandelt und der Geruch ist entsprechend, aber nicht im positiven Sinne. Leider stimmten die Abfahrtszeiten für die Fähre nicht, die mir der Vater genannt hatte. Und für die zwei weiteren Fähren am Tag waren bereits keine Karten mehr zu haben. Am folgenden Tag probierte ich es noch einmal. Keine Chance. Wieder andere Abfahrtszeiten und keine Tickets mehr, wobei man Letzteres garantiert mit etwas Bestechungsgeld hätte regeln können. Die Fahrt zu den Thousand Islands ist natürlich auch vom großen Hafen möglich, nur zahlt man dort das Zehnfache für ein Oneway-Ticket. Ich nutzte die beiden Tage stattdessen dazu noch mehr vom städtischen Leben aufzusaugen und lief unter anderem durch die riesigen und schier endlosen Shopping Malls.

Ein Besuch Jakartas ist auf jeden Fall empfehlenswert. Allerdings würde ich nicht mehr als 3 volle Tage einplanen. Denn Einzel-Attraktionen sind eher weniger vorhanden. Jakarta zeichnet sich mehr als Gesamtpaket aus. Wer dort ist, wird verstehen was ich meine.

Yogyakarta
Die Universitäts- und Kulturstadt Indonesiens hat ca. 1,5 Mio. Einwohner und war im indonesischen Unabhängigkeitskrieg (1945-1949) Hauptstadt Indonesiens, da die Niederländer Jakarta besetzt hatten. In der sehr eng besiedelten Stadt ist man äußerst Stolz auf die hohen Bildungs- und Kulturstandards. Selbsterklärend, dass die Stadt deshalb auch bei Studenten äußerst beliebt ist und immerhin 6,7% der Einwohner Studenten sind. Für kulturell interessierte Menschen wie mich ist diese Stadt ein wahres Paradies und auch hier begegnen einem die Menschen, wie auch sonst in Indonesien mit sehr viel Freundlichkeit, Offenheit und Respekt. In puncto Gastfreundschaft spielt man hier ganz klar in der oberen Liga.

Meine Unterkunft, das SAE SAE Hostel, war ein echter Glücksgriff. 11€/pro Nacht für ein Einzelzimmer. Sehr hilfsbereites Personal, beste Lage, Küche vorhanden und der passende Supermarkt sowie eine Laundry gleich um die Ecke. Das negative gleich zuerst. Nach Singapur brannte mir in Yogyakarta das zweite Mal eine Speicherkarte durch. Echt zum Kotzen! Erneut konnte ich nichts retten und es sind mehr oder weniger alle Bilder verloren gegangen. Gerade Yogya (auch Jogja geschrieben), wie die Stadt von Indonesiern genannt wird, hatte eine Unmenge an tollen Fotomotiven im Angebot. Wenn ich daran denke, bin ich immer noch gefrustet. Es beleibt mir also nix anderes übrig, als noch mal vorbeizuschauen. First world problems! Ausführlich berichte ich dann, wenn ich erneut dort war.

Ende
Zu Nusa Tenggara, indonesisch für Südostinseln, gehört unter anderem die Insel Flores. Auf der dünn besiedelten Insel leben knapp 1,50 Mio. Einwohner, wovon 60.000 Einwohner der Stadt Ende zuzuordnen sind. Sie liegt an der Südküste umgeben von Bergen und man hat das Gefühl dort wirklich am Ende der Welt zu sein… Hierher verirren sich jährlich nur sehr wenige Touristen, die in der Regel aus Asien stammen. In Ende gibt es ganze drei Unterkünfte, die alles sind, nur garantiert kein Hotel. Zwei der drei Unterkünfte boten lediglich eine dreckige Matratze auf dem Boden und wollten dafür stolze 7€ pro Nacht. Ich entschied mich für Nummer drei. Hier gab es immerhin mehrere Zimmer und eine Rezeption. Man war sehr freundlich und hilfsbereit, wie alle Indonesier, und bat mich, doch einen Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen. Dies sei nur für Gäste aus dem Ausland und man währe sehr stolz auf jeden Gast. Ich war erst der 41 Europäer, der dort nächtigte. Der freundliche Mann an der Rezeption war auch das einzig positive an diesem „Hotel“. Im Zimmer war Schimmel an den Wänden, im Klo schwammen drei Kakerlaken um die Wette und die Dusche sah auch alles andere als hygienisch aus. Kurzerhand entschloss ich mich, ich würde die zwei Tage auch ohne Duschen überleben. Zum Glück war im Flur noch ein Waschbecken, was funktionstüchtig und sauber war. Immerhin war das Bett sauber. Aufgrund dessen, das ich nicht wusste, mit welchen Tieren ich mir das Zimmer noch teilen würde, entschloss ich mich dazu lieber mit allen meinen Sachen im Bett zu schlafen.

Die Unterkunft war auch das einzig Negative in Ende. Den am ersten Tag erwartete mich eine unvergessliche Fahrt zum Gunung Kelimutu, einem inaktiven Vulkan, dessen drei Krater mittlerweile aus verschiedenfarbigen Karterseen bestehen. Dazu im nächsten Abschnitt mehr. Am zweiten Tag nutzte ich die Zeit bis zur Weiterreise nach Kupang, um Ende noch ein wenig zu erkunden. Die kleine Hafenstadt besteht mehr oder weniger aus einer sehr lange Hauptstraße und diversen kleineren Nebenstraßen, die jedoch größtenteils in sehr schlechtem Zustand, sprich Schotterpiste, sind. Sie ließen sich jedoch mit dem Roller, dank der bisher gesammelten Fahrpraxis, befahren. Irgendwann weicht man den Schlaglöchern ganz automatisch aus und starrt nicht mehr hoch konzentriert auf die Straße, sondern ist mehr damit beschäftigt, nicht über den Haufen gefahren zu werden bzw. andere nicht über den Haufen zu fahren. Da es nur Ampeln an den drei größten Kreuzungen gibt, fährt jeder, wie er lustig ist. Das mag ziemlich chaotisch klingen, doch nach kurzer Eingewöhnung erkannt man die Ordnung im herrschenden Chaos und findet sich zurecht. Selbst in einer solch kleinen Stadt herrscht Verkehrschaos.

Aufgrund meiner Größe wurde ich schon vor meinem Aufenthalt in Indonesien diverse Male gefragt, ob man nicht ein Selfie machen könnte. Bis ich in Ende ankam, habe ich noch mitgezählt, doch quasi jeder in Ende wollte ein Foto mit mir machen und durchweg alle fragten vorher freundlich ob es in Ordnung wäre. Sehr sympathische Leute!

Gunung Kelimutu
Der über 1600 Meter hohe Vulkan hat drei verschiedenfarbige Kraterseen. Unterschiedlich gefärbt sind sie jedoch erst seit dem letzten Vulkanausbruch 1968. Sie haben im Laufe der Jahre mehrfach die Farben gewechselt. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Als ich am Morgen Aufstand wusste ich noch nicht, dass mir dieser Tag als etwas ganz Besonderes in Erinnerung bleiben würde. In Ende gibt es gar kein Internet oder nur eine sehr sehr sehr langsame Verbindung. Mein iPhone brauchte stolze 40 min um die Route von Ende zum Kelimutu zu berechnen, was ja bei normaler Verbindung nur wenige Sekunden dauert. Die 61,9 km lange Strecke, welche bis auf 2 Abbiegungen nur geradeaus geht, legt man laut Google Maps mit dem Auto in knapp 2 Stunden zurück. Ich brauchte ganze 3,5 mit dem Roller. Die ersten 20 km vergingen relativ zügig, vor allem auch deshalb, weil die Straße durchgehend asphaltiert war. Dann begann allerdings ein Mix aus absolut unbefahrbarer „Straße“, Baustellen und sehr kurzen Abschnitten, die wieder im top Zustand waren. Das System des indonesischen Straßenbaus hab ich noch nicht so ganz verstanden. Zu allem Übel kam dann noch Regen der heftigsten Sorte hinzu und durchweichte mich in weniger als 2 Minuten. Man hatte mich in Ende noch gewarnt, dass es heute sehr starken Regen geben würde und ich auf jeden Fall Regensachen dabei haben solle. Zum Glück habe ich mir vorher noch für 2€ Regenjacke und Regenhose besorgt. Aber wie schon gesagt, sie hielten keine 2 Minuten den Wassermassen stand. Nachdem der Regen noch stärker wurde, gesellte ich mich zu einigen Einheimischen, die unter dem Vordach einer Hütte Schutz vor den Wassermassen gesucht hatten. Kurz darauf gab es von den Bewohnern Tee für alle und wir wurden eingeladen doch drinnen zu warten. Auch wenn ich mich nicht an der Unterhaltung beteiligen konnte, werde ich diese unglaubliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit nicht vergessen. Sie gaben mir das Gefühl ein Teil der Runde zu sein.

Nachdem der Regen nachließ, bedankte ich mich auf indonesisch (Terima kasih) und machte mich auf den Weg. Bei leichtem Regen verlief der restliche Teil der Hinfahrt ereignislos. Ich blieb lediglich 2 Mal im Schlamm mit dem Roller stecken, aber auch das konnte mich nicht aufhalten. 2 km vor dem Nationalpark muss man an einem Tor noch Eintritt zahlen. Ausländische Touristen zahlen das 30 fache (150.000 Rupiah) gegenüber den Einheimischen (5.000 Rupiah). Jedoch sind die umgerechnet ca. 10,50€ sehr gut angelegt. Völlig durchnässt und fertig mit den Nerven erreichte ich schließlich den Kelimutu Nationalpark mit seinen drei Kraterseen. Und für diesen atemberaubenden Anblick hat sich die lange Anreise mehr als gelohnt. Es lässt sich nicht in Worte fassen, was es für ein Gefühl ist auf der höchsten Aussichtsplattform zu stehen und in die Weite zu gucken. Zu meinem Glück war ich auch noch absolut alleine, was das ganze noch beeindruckender machte. Aufgrund des starken Regens war der Himmel natürlich in weiten Teilen noch stark bewölkt und ehe ich mich versah, zog ein Schwarm Wolken auf mich zu und verdichtete derart die Sicht, dass ich meine ausgestreckte Hand nicht mehr sehen konnte. Ein bisschen beängstigendes, aber viel mehr beeindruckendes Schauspiel der Natur. Nach 5 min war es auch schon wieder vorbei und ich genoss noch knapp 2 Stunden die Aussicht. Dann beschloss ich aufgrund der fortgeschrittenen Stunde mich auf den Rückweg zu machen, da ich einen möglichst großen Teil der Strecke vor Einbruch der Dunkelheit schaffen wollte. Außerdem musste ich noch einmal irgendwo tanken. Im ersten Dorf entdecke ich eine „Tankstelle“. Genauer gesagt ist es ein Holzregal in dem 1l Flaschen Benzin stehen. Meistens sind jemand da neben und wartet auf seinen nächsten Kunden. In diesem Fall saß ein kleines Mädchen, vielleicht 4 oder 5 neben besagtem Regal und machte große Augen, als ich ihr mittels Zeichensprache erklärte, was ich wollte. Daraufhin füllte sie meinen Tank auf, ich gab ich ihr einen 50.000 Rupiah-Schein (ca. 3,50€) und sie verschwand mit ihm im Haus. In der Regel kostet 1l Benzin zwischen 7.000 und 10.000 Rupien (49-70 Cent). Kurz darauf kam sie mit einem Haufen kleiner Scheine in der Hand wieder zurück und drückte mir diese in die Hand. Als ich ihr dann versuchte zu erklären, dass sie das Geld behalten darf und sie es schließlich verstand wurden ihre Augen noch größer, sie umarmte mein Bein und lief jubelnd ins Haus. Schön zu sehen, wie glücklich man einen Menschen mit 3€ machen kann!

Mit vollem Tank konnte nun die restliche Rückfahrt angetreten werden. Leider setzte die Dunkelheit viel schneller ein als gedacht und selbstverständlich gab es keine Straßenbeleuchtung. Außerdem flogen mir irgendwelche Insekten in XXL Größe permanent ins Gesicht, was dazu führte, dass ich mit geschlossenem Visier fahren musste, welches zu allem Überfluss die Sicht noch mehr verdunkelte. Und als wäre das alles noch nicht genug, war mein Vorderlicht nach weiteren 20 min Fahrt der Meinung den Geist aufgeben zu müssen. Zum ersten Mal auf der gesamten Reise hatte ich ein mulmiges Gefühl. In 10 Stunden würde mein Flieger nach Kupang gehen. Es wäre also noch Zeit gewesen irgendwo in den Bergen zu übernachten. Dann beschloss ich allerdings auf den nächsten Bus bzw. Truck zu warten, um mich dicht hinter das Auto zu klemmen. Glücklicherweise kam nach ca. 10 min ein Truck. Ich wusste nun zwar wo ich längs fahren musste, allerdings wusste ich nicht, wie der nächste Straßenabschnitt vor mir aussah und natürlich raste der Truck mit einem irren Tempo über die Schlaglöcher hinweg. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber nach zwei weiteren, wirklich anstrengenden Stunden Fahrt, kam ich an meinem Hotel an. Für ein paar Stunden ging es noch einmal in mein appetitliches Zimmer zum Schlafen. Am nächsten Morgen gab ich, nach der weiter oben erwähnten Erkundungstour, meinen völlig verdreckten Roller zurück und ging danach zum Flughafen, wo meine Reise weiter nach Kupang gehen sollte. Dazu mehr im Timor-Leste Blog.

Abschließend kann ich jedem nur raten Flores, zu bereisen. Indonesien hat viel mehr zu bieten als die typischen Backpackerziele: Bali, Lombok, Gili Air und Jakarta. Zumal es dort noch viel mehr zu sehen gibt als Ende und den Kelimutu Nationalpark. Es war definitiv nicht mein letzter Besuch auf Flores, zumal man von westlich gelegenen Labuan Bajo zu den Komodoo Islands reisen kann, eines der sieben Natur Weltwunder.

Zum Schluss noch eine Runde unnützes Wissen:
Im Jahr 1934 wurde Achmed Sukarno, der später der erste Präsident Indonesiens werden sollte, von der niederländischen Kolonialregierung nach Ende ins Exil geschickt.

Bali
Die Zeit auf Bali wurde nach knapp 4 Monaten durchgehendem Reisen zur Erholung genutzt. Vom Flughafen ging es direkt zum Hotel und dort wurde auch ein Großteil meines 12-tägigen Aufenthalts auf Bali verbracht. Das Hotel direkt am Strand, auf dem Rooftop Pool, Bar und Restaurant, dazu jeden Morgen ein reichhaltiges Frühstück, das einem jedem Wunsch erfüllte. Außerdem konnte man ausnahmslos jeden Abend Sonnenuntergänge der schönsten Sorte bewundern, wie auf den Bildern weiter unten unschwer zu erkennen ist. Als – stets armer – Backpacker kann man sich einen solchen Luxus natürlich nicht leisten und daher kam mir dieses großzügige Weihnachtsgeschenk natürlich sehr gelegen! Über Bali selbst kann ich gar nicht viel sagen, da ich während meines Aufenthaltes nicht wirklich etwas von der Insel gesehen habe. Dies wird nachgeholt, wenn ich wiederkomme und die nördlicheren Gebiete wie unter anderem Ubud genauer unter die Lupe nehme. Wann auch immer das sein wird…
Auf Bali gab es außerdem eine persönliche Premiere für mich. Das erste Mal in meinem Leben fand Weihnachten ohne meine Familie statt. Zumindest war keiner physisch anwesend. Jedoch wurde geskypt bzw. telefoniert, je nachdem wie das Wlan im Hotel gerade mitspielen wollte. Mein persönliches weihnachtliches Festmahl gab es bei McDonalds, man soll sich am Heiligabend ja mal was gönnen! Des Weiteren verbrachte ich auch Sylvester das erste Mal im Ausland. Gemeinsam mit drei Freunden aus Köln, die ich vorher über Instagram kennengelernt hatte und die zufällig zum selben Zeitraum auf Bali verweilten, feierten wir auf dem Rooftop meines Hotels, den Einzug in das neue Jahr. Dreist übrigens, dass ich als Hotelgast trotzdem Eintritt für die Party zahlen sollte. 3,50€ sind im Nachhinein auch nicht wirklich die Welt gewesen und wenn man dann noch bedenkt, dass Simon einen Stapel Gutscheine für Freigetränke abstauben konnte, hat sich der die Kohle erst recht gelohnt. Den kompletten Strand entlang, in beide Richtungen, gab es um Mitternacht schließlich ein grandioses Feuerwerk zu sehen. Moin Moin 2016!

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